Fes aus Spanien, Spitzname Fesi

Mein Name ist Fes Ich bin am 04.08.2007 irgendwo in Spanien geboren. Über meine ersten dreieinhalb Jahre meines Lebens möchte ich hier eigentlich nichts weiter dazu sagen, aber ich glaube, da mich manchmal Ereignisse „daran erinnern“ und es mir dann nicht sehr gut geht, dass ich nicht gerad e auf der Sonnenseite des Lebens gestanden habe, aber dazu später mehr. Am 20.09.2010 war mein Glückstag. Eine liebe Tierschätzerin in Spanien „Raquel“, ist auf mich aufmerksam geworden, sah dass ich keinerlei Auslastung hatte, und dass meine Besitzerin viel zu wenig Zeit hatte mich um mir gerecht zu werden. Sie hat sich dann an Samojede in Not e.V. gewendet, und die haben sofort ihre Hilfe zugesagt. Raquel hat wohl ein sehr schönes Fot von mir geschickt, denn noch bevor mein Profil auf der Homepage von SiN gelandet ist, hat mein Bild das Herz von jemandem so berührt, dass ich quasi schon vermittelt war. Meine neue Mama ist auch für SiN tätig, sie hilft Hunden wie mir ein gutes neues Zuhause zu finden, und sie hat sofort gespürt, dass ich zu ihr wollte. Also nahm der Lauf der Dinge seinen Lauf und ich machte mich am 28.10.2010 auf die lange Reise von Spanien in die Schweiz. Wow, war das aufregend. In der Nähe von Freiburg im Breisgau verliess ich meinen neuen Hundekumpels, die alle wie ich in ein neues Leben reisten. und wurde von meiner neuen Chefin in Empfang genommen. Sie hatte zum Glück mit mir spanisch gesprochen, da kam ich mir nicht so fremd vor. Da war auch noch mein neuer Chef und ein anderer Sammy. Sollte das meine neue Familie werden? Nicht schlecht, obwohl mich der Sammy schon angegrummelt hat, aber ich hoffte einfach, dass das noch wird. Also los ab in die Schweiz. Ich war aufgedreht wie ein Duracell-Häschen, aber ich hatte ja von Spanien her schon ausschlafen können. Ich war einfach nur lieb, anhänglich und schon so auf meine Mama fixiert, dass ich schon am dritten Tag von der Leine durfte. Wow, wie schön kann ein Hundeleben sein! Ich konnte mich endlich mal auspowern, mit meinem „Bruder“ Tajmyr und mit seiner Hundefreundin Inka konnte ich über die Wiesen wetzen, Kapriolen schlagen und einfach mal richtig Hund sein. Leider holt mich meine Vergangenheit immer mal wieder ein, und ich hatte meine Chefin mehr als nur einmal angegriffen. Ich meinte es ja nicht so, aber woher sollte ich wissen, dass sie mich nicht auch verprügelt??? Einmal war ich unter das Gästebett gekrochen, da war eine Decke die mich interessierte. Da hat mich Mama angesprochen ich solle hervor kommen. Als ich nicht gehört hatte, hat sie mich sanft am Bauch gehalten und wollte mich unter dem Bett hervor ziehen. Da sei ich wohl völlig ausgetickt. Sie hat gesagt, dass ich hätte mich wie ein wildes Tier in der Falle benommen, ich habe meine Zähne gefletscht, wie wild geknurrt und ich wäre bereit gewesen um mein Leben zu kämpfen. Sie war sehr erschüttert und traurig, und sie hat zum Glück richtig reagiert. Sie hat sich zurück gezogen, ganz leise und sanft mit mir gesprochen, und sie hat mir das Gefühl vermittelt, dass ich nicht geschlagen werde. Da bin ich wieder „zu mir“ gekommen, und ich bin sofort zu ihr hin gekrochen und hab mich an sie geschmiegt. Woher sollte ich wissen, dass sie mich nicht unter dem Bett hervor reisst und mich dann schlägt? Oder ein anderes Mal mochte ich am Morgen nicht warten bis meine Mama fertig angezogen war, und so bin ich schon nach unten gegangen. Da ich sehr Neugierig bin, musste ich natürlich die Dekoration auf dem Sideboard anschauen, und beim herunter gehen habe ich eine Kette runter gerissen. Als Mama runtergekommen ist, und das gesehen hat, hat sie die Kette hochgehoben, sich zu mir umgedreht und mit freundlicher Stimme mich gefragt, was ich denn da wieder angestellt hätte. Nur habe ich die freundliche Ansprache gar nicht mehr wahrgenommen. Ich hatte so Angst! Ich habe nur diese Kette in ihrer Faust gesehen. Ich habe mich sofort auf die Seite geschmissen, in die Ecke gedrückt, meine Ohren angelegt, den Schwanz zwischen die Beine geklemmt, und habe auf die Prügel gewartet. Doch hier war es anders. Meine Mama hat geweint und nicht ich. Sie war wohl so erschüttert was mir angetan wurde, dass ihr dicke Tränen übers Gesicht gelaufen sind. Sie hat sofort die Kette beiseite gelegt und mich ganz sanft und lieb angesprochen. Da habe ich mich in ihre Arme gekuschelt und wir haben uns gegenseitig getröstet. Ich glaube, dass sind einfach so Situationen die mich an mein früheres Leben erinnern. Aber eigentlich will ich mich gar nicht mehr daran erinnern. Mir geht es echt gut hier. Ich habe alles was ich mir schon immer gewünscht habe, bekomme die Aufmerksamkeit die ein Hund wie ich braucht, darf immer wenn ich Lust habe mit meiner Mama kuscheln (und das ist sehr sehr oft), und manchmal lege ich mich sogar einfach auf sie drauf, damit ich sicher bin, dass sie nicht einfach weg geht. Ich habe es auch ziemlich gut mit meine Bruder, na ja, manchmal muss er einfach den Boss heraushängen lassen, aber das kann ich verschmerzen, er ist ja auch der Chef. Ich bin nun etwas mehr als ein Jahr hier, und manchmal flippe ich noch aus (z.B. wenn sie mich mit einem Tuch putzen will, oder beim Kämmen), das heisst ich zeige dann meine Zähne, knurre und greife auch manchmal an, aber nie so, das sich meine Mama verletze, denn sie hat es gut im Griff, mich schnell wieder herunter zu holen, aber auch diese Ausfälle kommen immer seltener vor. Ich bin einfach ein energiegeladener Hund, und Mama sagt, dass ich wohl die ersten dreieinhalb Jahre meines Lebens nicht wirklich gelebt habe, und das sich jetzt einfach alles nachholen muss, und ich mich wie ein Junghund von einem Jahr benehme. Endlich weiss ich was es heisst ein gutes Hundeleben zu führen. Euer Fes.